Interview mit Christiane Kussin
In einem Gespräch, das Michael Dahnke kürzlich mit ihr für kulturpreise.de geführt hat, äußert sich Christiane Kussin, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten, zu verschiedenen Aspekten der Literaturförderung in Deutschland und Europa.
Der Verleger von Kiepenheuer & Witsch im Gespräch
Helge Malchow leitet einen der großen deutschen Publikumsverlage, Kiepenheuer & Witsch in Köln. Er ist erst der dritte Verleger in der Geschichte dieses Hauses, das 1947 gegründet wurde. 1951 erschien das erste Buch, inzwischen verzeichnet die Verlagshomepage 546 Autoren/innen. Verlagsgründer war der Bibliothekar Joseph C. Witsch (der schon 1967 starb). 1969 folgte Reinhold Neven DuMont, der den Verlag erwarb und 33 Jahre lang überaus erfolgreich leitete. 2002 folgte Helge Malchow auf dem Chefsessel. Im gleichen Jahr übernahm die Holtzbrinck-Gruppe die Mehrheit am Verlag.
(RW) Manchmal bringt der Nikolaus ungewöhnliche Geschenke: Am 6. Dezember 2012, zur Preisverleihung der 1LIVE Krone in der Bochumer Jahrhunderthalle, erschien u.a. "Kater", so der Deckname eines der Mitglieder des Moskauer Künstlerkollektivs Pussy Riot, um den diesjährigen Sonderpreis entgegen zu nehmen.
(Vorläufige) Bestandsaufnahme eines Konflikts von Johannes Euler
Schon vor einigen Monaten hatte das Kuratorium des mit 50.000 Euro dotierten Theodor-W.-Adorno-Preises unter Vorsitz des Frankfurter Kulturdezernenten Professor Felix Semmelroth die neue Preisträgerin, die bekannte amerikanische Philosophin und Literaturwissenschaftlerin Judith Butler, zur Preisträgerin des Jahres 2012 gewählt. Am 11. September, dem Geburtstag Theodor W. Adornos, wurde die Autorin dann, begleitet von Protesten, für ihre einflussreichen Schriften zur politischen Theorie, zur Moralphilosophie und zur Geschlechterforschung in der Paulskirche geehrt.
Jürgen Rogge verzichtet auf den Johannes-Gillhoff-Preis 2012 für niederdeutsche Literatur, vergeben in Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern). Eine Nachricht, die auch die F.A.Z, der NDR, Focus Online und der Börsenverein des deutschen Buchhandels als so bedeutsam erachteten, dass sie darüber berichteten. Preise sind offenbar inzwischen so wichtig für das Funktionieren des Kulturbetriebs, dass schon kleine Abweichungen von gängigen politischen Spielregeln ungewohnte Aufmerksamkeit finden können…
Bürgermeister Reinhard Mach aus Ludwigslust äußerte sich bei dpa erleichtert über die Entscheidung Rogges. Dadurch, so meinte er, könne Schaden von der Johannes-Gillhoff-Gesellschaft abgewendet werden. Zuvor hatte es massive Kritik an der Auswahl des Preisträgers gegeben, der die Auszeichnung dieser Vereinigung am 16. Juni im Ortsteil Glaisin erhalten sollte, dem Geburtsort des niederdeutschen Dichters Johannes Gillhoff (1861-1930). Gillhoff hatte mit Werken wie dem Auswanderer-Roman "Jürnjakob Swehn, der Amerikafahrer" (1917) Erfolge bei seinen Lesern erzielt.
Heinrich Heine hätte vielleicht ein Spottgedicht darüber geschrieben: Am 24. Mai tagte der Rat der Stadt Düsseldorf. Dabei wurde auf Antrag der CDU und der FDP erneut eine Satzungsänderung zur Vergabe des Preises beschlossen. Die Freie Wählergemeinschaft, die den österreichischen Schauspieler, Regisseur und Autor Peter Kern als Jurymitglied vorgeschlagen hatte, wurde das Vorschlagsrecht per Ratsbeschluss verweigert, das ihr CDU und FDP aus taktischen Gründen vor Wochen noch zugestanden hatten.
Heinrich-Heine-Preis erneut in den Schlagzeilen
Düsseldorf, die Geburtstadt von Heinrich Heine tat sich lange schwer mit der Anerkennung ihres berühmten Sohnes. Dann stiftete sie 1972, zum 175. Geburtstag des Schriftstellers, doch den Heinrich-Heine-Preis, heute immerhin mit 50.000 € dotiert: Dieser gerät, sehr zum Ärger der Stadt, immer wieder in die Schlagzeilen. Nur provinzielle Politquerelen? Oder liegt es vielleicht an der Ausrichtung?
Der Preis soll satzungsgemäß an Persönlichkeiten verliehen werden, „die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten“. Um einen "Literaturpreis", wie gelegentlich kolportiert, geht es hier also nicht, eher um einen für "Politische Kultur"...
Unsere Datenbank verzeichnet zunehmend Preise und Ausschreibungen mit ungewöhnlichen Namen und Zielsetzungen. Zu diesen gehört z.B. der internationale Kunstwettbewerb "bewegter wind", der alle zwei Jahre in Nordhessen veranstaltet wird und offenkundig auf großes Interesse stößt.
Bundeswettbewerb "Kunststudentinnen und -studenten stellen aus": Nürnberger Teilnehmer/innen (1983-2011)
Anlässlich des 350-jährigen Bestehens der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg präsentiert die Kunstvilla - Museum für regionale Kunst im Frühjahr 2012 eine Auswahl der Nürnberger Teilnehmenden am Bundeswettbewerb von 1983 bis 2011. Die Ausstellung mit dem Titel "Und der Gewinner ist . . . ." wird vom 19. April bis 24. Juni 2012 gezeigt. Mit der Kunstvilla im KunstKulturQuartier entsteht in Nürnberg derzeit ein neues Museum für regionale Kunst, dessen Eröffnung im Jahr 2014 geplant ist. Bis dahin finden Ausstellungen an anderen Orten statt, die Ausstellung "Und der Gewinner ist ..." wird im Kunsthaus im KunstKulturQuartier präsentiert.
1852 wurde in Berlin der Schinkel-Wettbewerb ins Leben gerufen.
236 Arbeiten wurden beim Schinkel-Wettbewerb 2012 eingereicht, mehr als 500 Teilnehmer aus...